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Rückblick August 2026 - zwischen neuen Plänen und Tomatensugo

Autorenbild: Lydia SCHMELZER-OFENSTEIN
Lydia SCHMELZER-OFENSTEIN
3. Sept.
7 Min. Lesezeit
Collage: Lydia Schmelzer-Ofenstein im Gemüsegarten mit Tomaten, Schüssel voller bunter Ernte wie Tomaten und Auberginen und mehrere Ayurveda-Bücher im Sonnenlicht.

Wenn ich den August in einem Satz zusammenfassen müsste, dann wahrscheinlich so: Ich habe Ayur Hungry einmal gründlich auf den Prüfstand gestellt – und danach ziemlich viel in Bewegung gebracht.


Ende Juli hatte ich mir vorgenommen, mein Business noch einmal mit etwas Abstand anzuschauen. Nach vier Jahren Selbstständigkeit, neben meinem Wurzeljob, fand ich den Zeitpunkt gekommen, mir ein paar grundsätzliche unternehmerische Fragen zu stellen: Funktioniert das, was ich aufgebaut habe, eigentlich so, wie ich es mir vorgestellt habe?

An dem, wofür Ayur Hungry für mich steht, hat sich dabei nichts geändert: eine frische, individuelle Küche, die Genuss und Wohlbefinden miteinander verbindet, persönliche Versorgung und vor allem der Blick auf den Menschen, für den ich koche.


Besonders wichtig ist mir dieser Gedanke im Wochenbett.

Nach einer Geburt verändert sich das Leben erst einmal komplett. Gerade dann finde ich es besonders wichtig, dass die Mutter gut versorgt wird. Dass für sie gekocht wird, sie gut und warm essen, Kraft sammeln und für eine gewisse Zeit Verantwortung abgeben kann.

Genau dafür gibt es meine Wochenbettküche in Düsseldorf.


Und darin liegt auch das Besondere dieses Angebots: Es geht um mehr als die Mahlzeiten, die am Ende im Kühlschrank stehen. Ich komme zu meinen Kundinnen nach Hause, übernehme den Einkauf und koche frisch in ihrer eigenen Küche – individuell abgestimmt und so vorbereitet, dass sie für die nächsten Tage gut versorgt sind.

Das ist eine sehr persönliche Form der Unterstützung. Und deshalb wollte ich noch einmal genauer hinschauen, ob ich sie bisher auch so nach außen vermittle.

Erreicht mein Angebot die Frauen, für die diese Form der Entlastung interessant sein könnte? Wird deutlich, was einen persönlichen Kochservice im Wochenbett ausmacht? Ist meine Positionierung so klar, wie ich sie gerne hätte?


Das waren für mich keine Zweifel an Ayur Hungry, sondern ganz normale unternehmerische Fragen. Also habe ich mir im August meine Positionierung, meine Sichtbarkeit und meine Website noch einmal sehr genau vorgenommen – und damit kam einiges in Bewegung.



Weniger aufschieben, mehr machen


In den vergangenen Jahren habe ich das eine oder andere Coaching gemacht und dabei natürlich auch einiges mitgenommen. Aber so richtig war bisher nicht das dabei, was ich gerade brauchte. Denn mir fehlten weniger neue Ideen oder noch mehr Input. Mir fehlte Unterstützung bei den Dingen, bei denen in meinem Kopf gerne erst einmal drei Fragezeichen auftauchen: Wie richte ich einen Newsletter ein? Wie funktioniert SEO eigentlich in der Praxis? Wie setze ich technische Dinge selbst um? Und wie schaffe ich es, mit meinem Blog nicht nur anzufangen, sondern auch wirklich dranzubleiben?


Ich bin ein sehr visueller Mensch. Ich muss Dinge sehen, ausprobieren und im Zweifel noch einmal nachlesen können. Dann kann ich mich auch richtig gut hineinfuchsen.

An diesem Punkt brauchte ich den Rat von jemandem, der bei diesen Themen schon deutlich weiter war als ich. Und so kam Susanne Patzt ins Spiel. Wir kennen uns schon seit vielen Jahren aus der Ayurveda-Welt und tauschen uns immer mal wieder darüber aus, wo wir mit unserem Business gerade stehen – und natürlich über alles andere, was uns sonst noch so beschäftigt. Susanne ist schon lange in der Content Society von Judith Peters und schlug mir vor, mir TCS doch einmal genauer anzuschauen. Sie hatte einen ziemlich guten Riecher. Denn genau diese Mischung aus praktischer Unterstützung und einem festen

Rahmen, in dem ich tatsächlich an meinen Themen arbeite, war das, wonach ich gesucht hatte. Ablenken kann ich nämlich – aufschieben übrigens auch.

Die Co-Blogging-Termine in der TCS helfen mir, genau das nicht zu tun. Wenn diese Zeit für Ayur Hungry reserviert ist, dann arbeite ich an Ayur Hungry – statt mir zum fünften Mal vorzunehmen, dass ich mich „demnächst“ endlich mit SEO, Blog oder Website beschäftige.


So kam im August endlich einiges von meiner ewigen Das-müsste-ich-auch-mal-Liste herunter. Ich habe mich durch Website und SEO gearbeitet, angefangen zu bloggen und mich an Themen gesetzt, die ich vorher gerne vor mir hergeschoben hatte.


Und je mehr ich selbst umgesetzt habe, desto leichter wurde es, mich auch an das nächste Thema heranzutrauen. Plötzlich war wieder richtig Zug drin.



Und dann war da noch mein Blog


Zu den Dingen, die im August endlich ins Rollen kamen, gehörte auch mein Blog.

Am 12. August habe ich zum ersten Mal bei „12 von 12“ mitgemacht und zwölf Bilder aus meinem ganz normalen Alltag gezeigt.


Dass dieser erste Beitrag nur wenige Tage später zu einer Begegnung führen würde, mit der ich nun wirklich nicht gerechnet hatte, wusste ich da natürlich noch nicht.


Einige Tage nachdem ich meinen Artikel bei Draußen nur Kännchen verlinkt hatte, bekam ich eine E-Mail von einer Leserin, die darüber auf meinen Beitrag gestoßen war. Neben ein paar sehr lieben Worten zu meinem Artikel schrieb sie mir von ihrer über viele Jahre gewachsenen Sammlung von Ayurveda-Büchern. Sie würde sie gerne in gute Hände weitergeben und fragte, ob ich Interesse daran hätte. Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Da schreibt man seinen ersten „12 von 12“-Beitrag, schickt ihn hinaus in die große weite Blogwelt – und wenige Tage später möchte einem ein vollkommen fremder Mensch seine über Jahre gesammelten Bücher anvertrauen. Das fand ich schon ziemlich großartig.


Da die nette Leserin nur einen Katzensprung von Düsseldorf entfernt wohnt, haben wir uns kurz darauf persönlich kennengelernt. Und als ich bei ihr vor all den Büchern stand, kam ich mir tatsächlich ein bisschen wie in einer kleinen Ayurveda-Bibliothek vor. Ich durfte die gesamte Sammlung mitnehmen – einfach so.


Natürlich wollte ich wissen, womit ich ihr eine Freude machen könnte. Und ihre Antwort passte eigentlich perfekt: Sie würde sich über etwas Selbstgekochtes von mir freuen. Ein Kitchari, ein Dal oder vielleicht eine schöne Linsensuppe. Einen besseren Wunsch hätte sie kaum haben können. Beim nächsten Kitchari wird also eine große Portion mehr gekocht und als Dankeschön auf die andere Rheinseite gebracht.


Für meinen ersten Blogartikel war das jedenfalls ein schöner Anfang.


Mehrere Ayurveda-Bücher mit bunten Covern liegen auf einem Tisch; sichtbare deutsche Titel, ruhige Wellness-/Naturstimmung.



Ein Hofgarten richtet sich leider nicht nach meinem Kalender


Während bei Ayur Hungry im August also einiges in Bewegung kam, lief der restliche Alltag natürlich einfach weiter. Und dann wäre da noch unser Hofgarten auf Hof Erftaue.

Gerade während der großen Hitze mussten wir mehrmals in der Woche zum Garten fahren und gießen. Denn so ein Gemüsebeet hat erstaunlich wenig Verständnis dafür, dass man eigentlich noch andere Pläne hat. Und kaum war die große Gießerei vorbei, kam die Ernte.


Die Tomaten waren gefühlt eine Ewigkeit grün. Darüber wurde auch bei Instagram fleißig diskutiert. Wir waren also nicht allein – und es lag offensichtlich doch nicht am Gärtner.

Dann ein bisschen Regen – und auf einmal waren sie alle gleichzeitig der Meinung, jetzt wäre ein guter Zeitpunkt. Inzwischen habe ich bestimmt zehn Liter Tomatensugo eingekocht, Auberginen unter anderem zu Auberginenlasagne verarbeitet und selbst die Kürbisse sind in diesem Jahr deutlich früher reif als sonst und wollten geerntet werden.

Natürlich machen wir das freiwillig. Aber man unterschätzt leicht, wie viel Zeit in so einem Hofgarten steckt. Und Zeit ist gerade etwas, mit dem ich ziemlich bewusst umgehen muss: mein Beruf, Ayur Hungry, Hofgarten – und irgendwo dazwischen wäre ein bisschen Freizeit gelegentlich auch ganz hübsch.


Wenn allerdings fünf Kilo reife Tomaten in der Küche stehen, kann man ihnen schlecht erklären, dass man am Samstagnachmittag eigentlich einen Kaffee trinken gehen wollte.

Dann wird eben Sugo gekocht.


Tomaten in einer Schüssel neben einem Glas mit eingemachter Tomatensauce auf Holztisch.


Zwischen Dreierbüro und Kanadavorfreude


Nach vielen Jahren musste ich mich von meinem geliebten Büro verabschieden. Ein interner Umzug hat mich kurzerhand in ein Dreierbüro katapultiert. Eine vollkommen neue Erfahrung für mich. Und während ich mich dort noch an die neue Raumsituation gewöhne, wächst zu Hause schon der nächste Stapel: Regenjacken, Outdoor-Kleidung, Schuhe und alles, was man für drei Wochen Kanada angeblich unbedingt braucht. Die Reiseplanung läuft inzwischen auf Hochtouren.


Packen gehört allerdings zu den Dingen, bei denen ich zuverlässig die Nerven verlieren kann. Was brauche ich? Was brauche ich nicht? Ist das schon zu viel? Und was habe ich garantiert vergessen?


Dieses Mal lautet deshalb mein ausgesprochen ambitionierter Plan: früher anfangen.

Wir werden sehen.



Und dann waren da noch die Erstgespräche


Zu meinem August gehörten auch einige sehr schöne Erstgespräche mit werdenden Müttern. Die Frauen, die sich bei mir melden, haben meistens schon eine ziemlich klare Vorstellung davon, was sie möchten: Sie wollen sich für ihr Wochenbett Unterstützung holen und in dieser Zeit gut versorgt sein. Bei unserem Kennenlernen geht es deshalb weniger um das Ob, sondern vielmehr um das Wie.


Wie läuft meine Unterstützung konkret ab? Wie oft komme ich? Was koche ich? Wie funktioniert der Einkauf? Und wie lässt sich das Ganze so in die ersten Wochen integrieren, dass es wirklich zum jeweiligen Wochenbett passt? Dabei kommen natürlich auch ganz praktische Fragen auf den Tisch.


Manchmal fällt zum Beispiel der Satz: „Eigentlich kocht mein Mann.“ Natürlich kann er das. Aber muss er es jeden Tag? Denn auch für den Partner beginnt mit einem Baby ein neuer Alltag. Und vielleicht ist es für beide eine Entlastung, wenn dieser Teil für ein paar Tage einfach übernommen wird.


Auch mein Arbeitsablauf wird bei unserem Kennenlernen noch einmal ganz konkret: Ich bringe keine vorgekochten Gerichte mit, sondern komme zu meinen Kundinnen nach Hause, kaufe ein und koche frisch in ihrer Küche. Ich bereite alles so vor, dass sie für die nächsten Tage gut versorgt sind und arbeite dabei vollkommen selbstständig.

Und nein, dafür muss vorher niemand die Wohnung auf Hochglanz bringen – es ist Wochenbett. Unterhalten muss mich übrigens auch niemand. Ich komme zum Kochen – nicht zum Bespaßtwerden. Wenn ich in der Küche stehe, ist das Zeit, in der meine Kundin sich um genau gar nichts kümmern muss. Sie kann sich zurückziehen, stillen, schlafen oder einfach ihre Ruhe haben. Schließlich bin ich da, um zu entlasten und nicht, um eine weitere Aufgabe auf die Liste zu setzen.


Ich mag diese Kennenlerntermine sehr. Aus einem schon ziemlich klaren Wunsch entsteht dabei ein konkreter Plan für die ersten Wochen nach der Geburt. Und kein Wochenbett sieht genauso aus wie das andere. Für mich ist es außerdem immer wieder spannend zu hören, welche ganz praktischen Fragen die Frauen beschäftigen, bevor ich zum ersten Mal bei ihnen in der Küche stehe.


Und davon wird sicherlich einiges künftig auch hier im Blog landen.



Was vom August bleibt


Wenn ich heute auf den August zurückblicke, ist es gar nicht die Menge dessen, was ich geschafft habe, die für mich hängen bleibt. Es ist eher das Gefühl, wieder klarer zu sehen, wo ich mit Ayur Hungry hinmöchte.


Ich habe genauer hingeschaut, einiges hinterfragt, an manchen Stellen nachgeschärft und vor allem angefangen, Dinge umzusetzen, die schon länger auf meiner Liste standen.

Dazu gehört für mich auch, Ayur Hungry künftig wieder in seiner ganzen Breite zu zeigen. Die Wochenbettküche bleibt eine besondere Expertise und ein wichtiger Teil meiner Arbeit. Aber Ayur Hungry ist eben nicht nur Wochenbettküche.


Ayurvedische Küche begleitet mich weit darüber hinaus – und genau davon soll hier künftig wieder mehr zu sehen und zu lesen sein.


Unterm Strich war der August also ziemlich gut gefüllt: mit Website und SEO, meinem ersten Blogartikel, schönen Erstgesprächen, einer unverhofften Ayurveda-Bibliothek, ungefähr zehn Litern Tomatensugo – und vor allem einer ganzen Menge neuer Energie für Ayur Hungry.


Und bevor ich mich mit dieser Energie auf die nächsten Projekte stürze, steht erstmal ein großer Tapentenwechsel an. Im September geht es für drei Wochen nach British Columbia.

Und spätestens danach wird sich zeigen, wie viel Ayurveda so ein Kanada-Urlaub eigentlich überlebt.


Aber das ist eine andere Geschichte.

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